Corona-Pandemie lässt keinen normalen Schwimmbadbetrieb zu!

Die Verordnung des Landes über die Öffnung von Schwimmbädern vom 04.06.2020 hat den Gemeinderat in seiner Sitzung vom 15.06.2020 sehr beschäftigt.

In dieser Verordnung ist festgelegt, unter welchen Bedingungen Schwimmbäder jetzt trotz bestehender Corona Krise öffnen dürften.

Folgende Einschränkungen wären bei einer Badöffnung gegeben:

Zulässige Anzahl von Badegästen im Schwimmerbereich: 46 Personen (10 m² Wasserfläche pro Person). Es ist nur erlaubt in Bahnen zu schwimmen. Die Bahnen sind vorgegeben, es ist ein Einbahnsystem einzuführen, dabei kann eine Bahn auf einer Bahnlänge von  bspw. 50 Meter von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Bei der Beckenlänge in Biberach wären dies entsprechend weniger Personen. Es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen und kein Überholen statt findet.

Zulässige Anzahl von Badegästen im Nichtschwimmerbereich: 45 Personen (4 m²Wasserfläche pro Person). Auch hier ist ein Abstand von 1,5 Meter zwischen den Kindern bzw. Personen zu beachten. Eine Überwachung dieser Regelung bei spielenden Kindern ist sicherlich eine Herausforderung.

Des Weiteren sind Zu- und Ausstiege aus den Becken räumlich voneinander zu trennen bzw. sicherzustellen, dass der Mindestabstand beim Betreten und Verlassen der Becken eingehalten wird.

Die Duschen und Sammelumkleiden müssen geschlossen bleiben, ebenso das Volleyballfeld und Fußballfeld, die Rutsche und der Sprungturm. Das Duschen nach dem Schwimmen ist nicht erlaubt. Auf das Haare föhnen ist zu verzichten.

Auch außerhalb des Beckens und vor allem vor der Kasse sind Ansammlungen strengstens verboten, die Abstandregelungen sind einzuhalten, eine Schlangenbildung ist untersagt. Insgesamt dürfen sich im Schwimmbad gleichzeitig nur 273 Gäste aufhalten. Üblich waren bisher Besucherzahlen von bis zu 2500 normal.

Die Abstandsregeln sind streng einzuhalten. Die Gemeinde haftet hierfür. Es ist dafür Sorgen zu tragen, das genügend Personen eingestellt werden, um die Einhaltung sämtlicher Vorschriften zu gewährleisten.

Da die Namen und Adressen der Besucher und die Uhrzeit des Besuchs festgehalten werden müssen, ist ein Ticketsystem einzurichten. Nach diesem ist, auf den entsprechenden gewünschten Badetag, ein Ticket zu buchen, das dann zum Einlass berechtigt. Ein Ticket für den Wunschtermin ist nur lösbar, wenn nicht bereits die höchstzulässige Besucherzahl erreicht wurde. Ein spontanes „schwimmen gehen“ ist leider nicht mehr möglich.

Die Hygienemaßnahmen sind vielfältig und strengstens einzuhalten, Barfußbereiche müssten täglich, Handläufe an Beckenleitern mehrmals täglich gereinigt werden.

Einhaltung der Vorschriften und Haftung

Die Einhaltung dieser Vorschriften ist sicherlich nur schwer realisierbar. Mit einem gewissen personellen Aufwand aber grundsätzlich möglich. Der entspannte und erholsame Badebetrieb, wie er in der Vergangenheit möglich war, wird aber unter den gegebenen Umständen sicherlich fehlen.

Obwohl es zur Öffnung bzw. Schließung von öffentlichen Einrichtungen keine Beschlussfassung des Gemeinderates bedarf, da es sich hier um das Geschäft der laufenden Verwaltung handelt, war es der Verwaltung wichtig, die Gemeinderäte an der Entscheidung über die Öffnung des Schwimmbades teilnehmen zu lassen.

Den Gemeinderäten fiel diese Entscheidung sichtlich schwer, denn sowohl die Gemeinderäte als auch die Verwaltung hatten an erster Stelle das Wohl der Bürger im Blick. Für dieses Wohl sorgt nicht in unerheblichem Maße der Erholungswert unseres Bades. Die Auflagen durch die Verordnung führen
aber dazu, dass genau dieser Erholungswert nicht nur gemessen an der Zahl der Badegäste, die das Bad genießen dürfen sinkt, sondern auch für jeden einzelnen Badegast, der durch die genannten Einschränkungen und Verbote beengt wird.

Um die Verordnung einzuhalten schätzt die Verwaltung Mehrkosten von ca. 100.000 Euro. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist das Schwimmbad bisher noch im „Winterschlaf“, da eine Öffnung noch verboten war. Die Aufbereitung des Bades für den Schwimmbadbetrieb und die Einrichtung der geforderten Vorkehrungen und des Ticketsystems würden dazu führen, dass eine Schwimmbadöffnung frühestens Ende Juni möglich wäre. Die Badesaison, die bisher bereits Anfang
Mai begonnen hat, ist bereits jetzt um annähernd zwei Monate gekürzt. Aus den Vorjahren ist bekannt, dass bereits im September die Besucherzahl im Schwimmbad stark zurückgeht, so dass eine Öffnung für etwas mehr als zwei Monate ebenfalls abzuwägen war.

Schlussendlich waren die großen Einschränkungen und Vorschriften aus der Verordnung sowie die Haftungsrisiken ausschlaggebend und haben dazu geführt, dass in knapper Abstimmung das Bad auch die restlichen Sommermonate geschlossen bleibt. Insgesamt bedauern wir dies sehr und hoffen, dass die Corona-Pandemie, die unser Leben seit Beginn dieses Jahres drastisch verändert hat, bald überwunden werden kann.